Liederkranz Schwetzingen e.V.

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Lauftreff: Wir treffen uns jeden Montag, 17:30 Uhr, im Stadion des SV 98 an der Ketscher Landstraße

14.Nov., 19:30 Uhr Singstunde im Hebelgymnasium

21.Nov., 19:30 Uhr Singstunde im Hebelgymnasium

28.Nov., 19:30 Uhr Singstunde im Hebelgymnasium

05.Dez., 19:30 Uhr Singstunde im Hebelgymnasium

07.Dez., 15:00 Uhr

Singen im Richard-Böttger-Altenheim in Mannheim

08.Dez., ab 9:45 Uhr Weihnachtsliedermatinee in den Altenheimen Plankstadt und Schwetzingen

18.00 Uhr Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt

12.Dez., 19:00 Uhr

Männerweihnacht im Weldebräu

19.Dez.  Keine Singstunde

31.Dez., 14:00 Uhr   Wir treffen uns uns zum Silvesterlauf an der Grillhütte Schwetzingen

V O R S C H A U   2 0 2 0

09.Jan., 19:30

Erste Singstunde im neuen Jahr

18.Jan., 18:00

Herrenbierprobe in der Nordstadthalle

17. Mai ==> Konzert im Lutherhaus

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Dem Flair der Elbmetropole erlegen

26.05.09 - Liederkranz-Herrenausflug nach Hamburg:
In früheren Jahren fast stiefmütterlich behandelt, wählte der „Liederkranz Schwetzingen“ zum zweiten Mal den Norden als Ziel seines Jahresausfluges.

Bevor die Sänger aber in der Hafenstadt ausschwärmen konnten, hatte Reiseleiter Dieter Bergmann einen Abstecher in den Westen vorgesehen. Nach mehrstündiger Busfahrt bei herrlichem Wetter konnte man zu beiden Seiten der Autobahn die schwärzlichen Moore des Emslandes ausmachen und bald erreichte man dann auch dessen Zentrum Papenburg. Dem Ruf „Zentrum des Emslandes“ zu sein wird die Stadt in wirtschaftlicher Hinsicht mehr als gerecht, beherbergt sie doch die „Meyer Werft“. Dieses Unternehmen verkörpert 213 Jahre Schiffsbaugeschichte und wird mittlerweile in der 6.Generation der Familie Meyer als privates Unternehmen erfolgreich geführt. Die Sänger genossen aber in der „Alten Werft“ des Unternehmens, die vor einigen Jahren um Erstklass-Restaurant umgebaut wurde, ein köstliches Mittagessen, bevor es zur Führung durch die Werft ging. Angesichts von über 60 Schiffsmodellen früherer Jahre bekam man einen Eindruck von der stolzen Firmengeschichte. Da lag noch das Modell der „Graf Goetzen“, gebaut um 1900, von der deutschen Kolonialverwaltung als Transportschiff auf dem Tanganjikasee eingesetzt und nach wechselvoller Geschichte heute dort nach in Betrieb. Aber bald waren die Sänger sprachlos vor dem gigantischen Anblick, der sich ihnen bot: in der überdachten Halle des 504 m langen größten Trockendocks der Welt lag die „Celebrity Equinox“, ein Kreuzfahrtschiff der Superklasse auf Reede. 375 m lang, auf 11 Stockwerken mit Balkonen versehene Zimmer und Suiten für 2850 Passagiere, 2000 m² Rasenfläche für Golfspieler, 122000 BRT und 650 Millionen Euro teuer, so präsentierte sich dieser Luxuskreuzer. Mancher bedauerte, dass die Reise nicht 2 Wochen später stattfand, denn am 6. Juni ist der spektakuläre Stapellauf, und man wird wieder staunen, mit welchem Geschick die Lotsen das Schiff auf der doch schmalen Ems rückwärts in die offene Nordsee durch den Dollart bugsieren werden.

Der Abend dieses Tages fand die Schwetzinger Sänger im zu Hamburg gehörenden Städtchen Bergedorf, das sich seinen eigenständigen Charakter mit 500 Jahre altem Wasserschloß und Kirche bewahrt hat. Im dortigen Ramada-Hotel war Quartier für die folgenden 4 Übernachtungen bestellt. Der nächste Morgen brachte dann das intensive Kennenlernen der Hansestadt bei einer geführten ausgiebigen Stadtrundfahrt. Schon am Nachmittag zuvor hatte Heinz Gerd Wester die lange Busfahrt dadurch kurzweiliger gestaltet, dass er einen Abriß gab von Europas größter Baustelle, der Hamburger Hafen-City. Auf 115 Hektar Industrie- und Hafenbrache wird alles abgerissen, was nicht unter Denkmalschutz steht. Dafür entstehen neue Loftwohnungen und Büropaläste am Wasser. Als Krönung wächst dort die neue Elbphilharmonie und der Marco-Polo-Turm aus dem Boden. Der ganze Komplex soll größer werden als der Kleinstaat Monaco. Wie in den meisten deutschen Großstädten, nur einigesfrüher hat der zweite Weltkrieg seine furchtbaren Spuren hinterlassen. Im Juni 1943 erlebte die Stadt den ersten der schweren Luftangriffe der Royal Navy, dem im Verlauf des Krieges weitere folgen sollten, sodaß am Ende rd.60% der Stadt zerstört waren. Vieles wurde wieder aufgebaut, einigermaßen erhaltene Fassaden im Stil der Gründerjahre, aber auch sehr viele Bausünden der 60-er und 70-er Jahre, z.B. die LZB oder jetzige Bundesbank nahe dem „Michel“ (Michaeliskirche), dem früher auf der Elbe weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt. Der alte Kaufmannsgeist der stolzen Hansestadt konnte doch noch an vielen prächigen Patrizierhäusern nachempfunden werden. Auf der obligatorischen Rundfahrt zeigte sich der Hamburger Hafen -mit seinen 72 km² zweitgrößter Europas- im schönsten Sonnenschein. Beeindruckend die großen Kreuzfahrtschiffe, wie z.B. die als Traumschiff bekannte „Deutschland“, aber auch die vor der Barkasse gewaltig sich auftürmenden Stahlmauern der Containerschiffe, von denen –der Finanzkrise Tribut zollend- z.Zt.ungefähr 12 leer im Hafen liegen und auf Ladung warten. Aufschlußreich die Bemerkung, dass weltweit ca.35% aller Seeschiffe z.Zt. stillliegen.

Mit großer Spannung sah man dem Nachmittag entgegen: ging es doch auf die Reeperbahn. Dem allzu großen individuellen Entdeckerdrang der Sänger vorbeugend, hatte die Reiseleitung eine gemeinsame Führung mit dem schönen Titel „Stöckelschuh und Heilsarmee“ organisiert. Lang her sind die Zeiten, wo die Reeperbahn die Straße der Seildreher, der Reeper war. Diese ehrsamen Handwerker hätten sich nicht träumen lassen, dass sich 200 Jahre nach ihnen Gaststätten und „Theater“ auf 2 km Länge mit erotischen bis pornographischen Darbietungen aneinanderreihen. Auch der Schauplatz der eigentlichen, der legalen Prostitution, die Herbert- und Davidstraße blieben den wissbegierigen Sängern nicht verborgen, der Kontakt mit der Szene beschränkte sich aber auf ein Bier mit Kümmel in einer schaurig schmuddeligen Kneipe namens Silbersack. Wesentlich unverfänglicher war die Attraktion des nächsten Vormittags, das „Miniatur Wunderland“. Auf 1800 m² sind Züge und andere Fahrzeuge, aber auch ganze Landschaften, und.B.Skiorte in den Alpen, real existierende Gebäude, Hafenanlagen und Bahnhöfe nachgebildet. Allein in die realistische Nachbildung von sieben Hamburger Highlights wurden 8.000 Arbeitsstunden investiert. 1.300 Züge, deren längster 14,5 m lang ist, fahren auf Gleisen in der Länge von 20.000 m. Die ganze Anlage wird von Angestellten auf 8 Computern mit 64 Bildschirmen gesteuert. Zum Glück war die Gruppe angemeldet, sonst wären Wartezeiten von 1 ½ Stunden angesagt gewesen, ein solcher Publikumsmagnet wurde hier in einem Gebäude der alten Speicherstadt geschaffen.

Nach Mittagessen und Besichtigung auf der Rikmer Rikmers, eines wunderschönen großen 4-Mast-Windjammers, dem später Sieselmotoren eingebaut wurden das in den Originalzustand des Baujahres 1897 zurückversetzt worden war, war Umziehen angesagt zum Besuch des Musicals „Der König der Löwe“. Dieses Stück aus der Disney-Produktion mit größtenteils Musik von Elton John ist seit Jahren das eigentliche touristische Highlight der Hansestadt. Seit 5 Jahren wird es fast täglich aufgeführt.und jedes Mal sind rd.2000 Zuschauer restlos begeistert. Auch wer modernen Musicals eher skeptisch gegenübersteht wird eingefangen vom Zauber der Afrika nachempfundenen Musik, den Ballett- und Tanzeinlagen der größtenteils farbigen Akteure.

Für viele die größte Attraktion der Reise war am nächsten Morgen angesagt: bei strahlender Sonne durchpflügte man auf einer Barkasse das Wasser, und Binnen- und Außenalster zeigten sich von ihrer schönsten Seite. Hier wurde besonders eindringlich die Schönheit Hamburgs als Stadt am Wasser und im Grünen offenbar. Villen in Wiesengrundstücken, umgeben von altem Baumbestand und riesigen Rhododendren geben der Außenalster und dem Alsterlauf auf fast 10 km das Gepräge. Eventuelle Umzugsgedanken der Besucher wurden nach den Preisangaben des Schiffsführers für Kauf oder Miete dieser aber bald obsolet.

Ein Besuch für die Technikfreaks schloß sich am Nachmittag an: die Sammlung Prototypen Mobiler Kunst fand viel Zustimmung. Nach einem vorzüglichen Abendessen im Restaurant „Überseebrücke“ legte man ab zu einer zweiten, diesmal nächtlichen Hafenrundfahrt. Als nette Erinnerung wird bleiben, dass die Schwetzinger Sänger eine Barkasse fast für sich allein hatten: fast, denn es fand sich noch eine lustige Gesellschaft von 11 Damen im Gefolge einer Braut, die das im Norden sog. „Brautabitur“ absolvieren musste. Das beinhalteteverschiedene Aufgaben, wie z.B. den Männern die Fingernägel zu lackieren. Mit viel Hallo und auch ein wenig Gesang ging auch dieser Abend spät in der Nacht zu Ende.

Der letzte Tag der Reise begann am Sonntagmorgen sehr früh und ohne Frühstück auf dem berühmten Hamburger Fischmarkt. Tausende von Besuchern tummeln sich auf 2,5 km Länge im Hafenrevier. Hunderte von Verkaufsständen bieten alles, was man sich vorstellen kann, am beeindruckendsten sind aber die Verkäufer von Fisch, von Obst und von Käse: sie füllen mit viel Geschrei und großer Gestik die vor ihnen stehenden Körbe mit beeindruckenden Mengen ihrer Waren, sodaß sehr viele der Besucher nicht widerstehen können und den Korb mit den hineingepackten Herrlichkeiten auch kaufen, sicher, ein besonderes Schnäppchen erlangt zu haben.

Danach war aber endgültig Schluß mit Hamburg. Der Bus wartete schon an den Landungsbrücken und es ging bei strahlender Sonne Richtung Süden. Unterwegs hatte es Hans Koll noch übernommen, das Nibelungenlied in seinen drei Einzelabschnitten den Sängern zu vermitteln, bzw. altes Schulwissen wieder aufzufrischen, was mit viel Beifall belohnt wurde. Kurz vor der Einfahrt in Schwetzingen bedankte sich Detlev Lorentz bei Reiseleiter Dieter Bergmann namens aller Teilnehmer für den sehr gelungenen und informativen Ausflug.

Angekommen in der Stadt, schlug den Heimkehrern eine Hitze entgegen, wie sie es aus Hamburg nicht gekannt hatten. Dafür musste im „Badner Hof“ von einigen noch ein Schlußschoppen eingenommen werden, ehe man endgültig zum heimischen Herd zurückkehrte.
(tz)

 

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